Beitragsbild Arberlandtouren - Foto: Dieter Neumann

Trans-Bayerwald – Vorstellung

Mitte 2016 soll es sie geben, die Trans-Bayerwald für Mountainbiker.
750 Kilometer lang mit unzähligen Höhenmetern. Ein 500.000 €  „Leuchtturmprojekt“  vom Tourismusverband Ostbayern (TVO). Doch kann die Trans-Bayerwald  wirklich die Mountainbiker von den Alpen ins nahe Mittelgebirge holen?

Update Starttermin erst 2018

Link zum erster Test

Trans-Bayerwald gegen Alpencross

In gut 3 Monaten solls losgehen und selbst jetzt ist praktisch nichts über den Trans-Bayerwald Mountainbike-Rundkurs bekannt. Im Netz und in der Presse herrscht eisiges Schweigen. Jetzt wirds aber langsam Zeit.

Ganz neue Wege will man gehen. In der Presse ist zu lesen „Große Investition (unser Geld), Leuchturmprojekt, Alternative zum Alpencross, Verbindung der Mountainbikegebiete im Bayerischen Wald, Abgrenzung gegenüber anderen Mittelgebirgsregionen und im Besonderen Trennung von Radlern und Wanderern an stark frequentierten Plätzen.
Zusätzlich schwirrt das Gerücht, dass die Tans-Bayerwald sowohl für Mountaibike als auch für Tourenrad geeignet sein soll. Im Bayerwald allerdings schwer vorstellbar, aber grundsätzlich nicht unmöglich.

Im Prinzip finde ich das richtig, will man nicht den gleichen Fehler wie in Baden Württemberg begehen, wo man als fremder Mountainbiker eigentlich schon nicht mehr hin will.
Im Bayerwald war das Wanderer-Radler-Thema jedoch nie ein großes Problem. Noch immer wird der Mountainbike-Sport  praktisch überall ungestört ausgeübt und Radler sind herzlich willkommen.

Weg vom Goldsteig

Damit das auch in Zukunft so bleibt, soll das Angebot für Radfahrer so attraktiv gestaltet werden, dass speziell Mountainbiker von den beliebtesten Wanderwegen wie zum Beispiel dem Goldsteig ferngehalten werden.

Das Problem bei der Sache. Der Goldsteig ist schon ein super Weg vor 1.A Kulisse und wie aus dem Bilderbuch. Da müssen die Alternativen für die Radler wirklich etwas bieten. Sonst funktioniert das nicht. Alleine eine Anderanderreihung von Rad- und MTB-Touren auf langweiligen Forststraßen wird da keinesfalls ausreichend sein. Nicht umsonst gibt es schon spezielle Flow-Trails. Natürlich könnte ein wenig der vorhandene Weg bearbeitet werden um den Spaß und die Fahrbarkeit für Mountainbiker zu verbessern. Das kostet eher weniger Geld, dafür aber Einsicht, Wille und Organisationstalent. Die Aussicht hierfür ist jedoch gleich null. Oberfläche spielt im Bayerischen Wald und Böhmerwald noch immer eine untergeordnete Rolle. Das ist noch genauso wie vor 30 Jahren.

Eine Alternative zum Alpencross?

Wohl kaum. Der Alpencross ein über die Jahrzehnte gewachsener Mountainbike-Traum und nicht zu ersetzen. Vermutlich schon gar nicht von einem „Leuchtturmprojekt“unserer Spezialisten in den Ämtern.

Da Woid ist einfach anders. Die Trans-Bayerwald ist ein Rundkurs, unzählige Möglichkeiten ergeben sich dadurch. Gerade in Verbindung mit der Bahn ist die Auswahl groß ob ein langes Wochenende oder eine Mehrtagestour in Angriff genommen wird. Der Rücktransport zum Auto ist ebenfalls viel unproblematischer als bei einem Alpencross. Ich persönlich meine, die Trans-Bayerwald ist die perfekte Ergänzung zur Überquerung der Alpen. Das beste Training für den Höhepunkt des Radl-Jahres. Fehlerverzeihend und komfortabel, trotzdem aber niemals langweilig. Die Damen werden sie lieben.

Alpencross vs. Trans-Bayerwald….

  • Ein Alpencross ist nicht ungefährlich – eine Trans Bayerwald in der Regel schon.
  • Für den Alpencross brauchst du eine gute Kondition – im Woid trainierst du sie perfekt.
  • Voraussetzung gute Fahrtechnik – perfektionisiere sie hier gefahrlos
  • Geht im Hochsommer – geht in letzter Zeit wegen der warmen Winter fast immer
  • gerne auch mal Schnee und Hagelstürme – im Wald höchstens ein Gewitter und vielleicht alle 5 Jahre einmal Flocken.
  • Höchst anspruchsvoll – dito, nur ohne Risiko
  • Unzählige Höhenmeter und heftige Steigungen – Steter Tropfen höhlt das Bein, garantiert.
  • Italienischer Rennbolide – Komfort-Sportler aus heimischer Produktion

Fazit:

Es gibt noch so gut wie keine Info über die Trans-Bayerwald. Sobald es mehr zu berichten gibt, wird es hier veröffentlicht.

Die Trans-Bayerwald könnte ein tolles Projekt werden. Jedoch mit vielen  Fragezeichen.

Ich bin eher skeptisch, ohne es schon vorher zu viel meckern zu wollen. In dieses Projekt sind auch einige Mountainbiker aus dem Bayerischen Wald eingebunden. Diese wissen genau was schön und gut ist. Aber die Möglichkeit entscheidend Einfluß zu nehmen, werden sie nicht haben.

Noch skeptischer bin ich in wirtschaftlicher Hinsicht.

  • Nur wenig Mountainbiker kennen den Bayerischen Wald als Radgebiet. Wenn man bedenkt, dass es auch 3 Monate vor Start dieses wichtigen Projektes nichts darüber im Netz zu lesen gibt, zeigt , dass es mit dem Willen am Bekanntheitsgrad etwas zu ändern nicht weit her sein kann. Mal sehen, wie sich das in Zukunft entwickelt.
  • Um alle vorhandenen Trails im Bayerischen Wald und Böhmerwald abzufahren, braucht man bereits jetzt mehrere Jahre. Zweifelhaft, ob daran zusätzliche 750 Kilometer etwas ändern werden? Man ist ja hier nicht in Baden Württemberg oder Österreich.
  • Radwege im Jahre 2016 sollten die gestiegenen Wünsche der Radfahrer berücksichtigen. Speziell die Mountainbiker wollen Flow, ohne dass die Piste steril und künstlich wirkt. Fahrtechnische Hindernisse, Wellen und Anlieger. Ob die Trans-Bayerwald das berücksichtigt, glaube ich weniger.

 

 

 

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