Das Langlaufzentrum Zwieslerwaldhaus am Großen Falkenstein im Bayerischen Wald

Skiwanderzentrum Zwieslerwaldhaus

Klein aber fein.  Das Skiwanderzentrum Zwieslerwaldhaus am Großen Falkenstein ist nicht der klassische Startpunkt unzähliger Langlaufvarianten. Trotzdem eröffnen sich durch die Lage mitten im Nationalpark BayerischerWald, und nahe des Sumava Nationalparks ungeahne Möglichkeiten. Je nachdem ob Zwieslerwaldhaus Start- oder Zwischenstation einer eindrucksvollen Langlauf-Tour im Bayerischen Wald ist.

3-5-9-15 Km Runde klassisch beliebig erweiterbar
3 Km Skating

Entfernung ca. von
(Zwieslerwaldhaus 1)

Skiwanderzentrum Zwieslerwaldhau
Skiwanderzentrum Zwieslerwaldhaus – Grafik: Paul Einhell

Passau: 77 Km
Linz: 155 Km
Prag: 176 Km
München: 193 Km
Nürnberg: 207 Km
Wien: 320 Km

 

 

Anfahrt mit dem Bus aus Zwiesel theoretisch möglich
(Linie 7149 oder 7150, wer weiß das so genau, Falkensteinbus)

Links:

  1. Homepage
  2. Loipenplan
  3. Webcam

Zwieslerwaldhaus – von der Schutzhütte zum Outdoorzentrum mitten im Wald

Altes Zollhaus in Zwieslerwaldhaus im Bayerischen Wald
Altes Zollhaus in Zwieslerwaldhaus – Foto: Paul Einhell

1764 wurde aus einer Schutzhütte auf dem Weg von Bayern nach Böhmen endlich ein festes Haus.  Heutzutage nimmt die Bundesstraße aber einen anderen Weg nach Böhmen und zurück blieb ein einsamer Ort mitten im Wald – Zwieslerwaldhaus.

Den Böhmweg, auf dem die Säumer früher die Waren zwischen Bayern und Böhmen transportierten gibt es natürlich auch heute noch und so ist Zwieslerwaldhaus im Grunde das Gleiche geblieben wie früher – ein beliebter Start und Endpunkt für Wanderer im Eisensteiner Grenzgebiet.

Idealer Startpunkt für Wanderer und Langläufer

Grenzübergang Ferdinandsthal zwischen Bayern und Böhmen
Lichtblick am Grenzübergang Ferdinandsthal – Foto Paul Einhell

Zwieslerwaldhaus ist grob nichts anderes als das Ende einer Straße, die mitten in den Wald hinein führt. Nach ein paar Kilometern durch dichten Wald kommt man auf die eine Lichtung, wo sich neben dem angeblich ältesten Wirtshaus im Bayerischen Wald (A.D.1832) ein paar Häuser angesiedelt haben. Heutzutage geht es ab hier nur noch zu Fuß weiter.

Am Anfang des Ortes ist die Wiese am Böhmweg mit Parkplatz und am Ende des Ortes beim alten Zollhaus ein weiterer. Spätestens hier ist das Ende für Autos erreicht. Parallel zur Ortsstraße gibt es natürlich einen Wanderweg, sowie im Winter die Verbindungs-Loipe zwischen den beiden Parkzonen für Frischluft-Liebhaber.

Am Ende des Ortes führt die Straße als Forststraße wieder in den Wald hinein und folgt der Großen Deffernik bis nach Železná Ruda. So bieten beide Richtungen unterschiedliche Möglichkeiten.

Die Wiese am Böhmweg

Gleich am Ortseingang ist die Wiese am Böhmweg, das Herzstück des Skiwanderzentrums Zwieslerwaldhaus. Direkt auf der Wiese wird die Skatingloipe gespurt. Der Startplatz für die 3,5 und 9 Kilometer Loipen für den klassischen Stil befindet sich ebenso hier. Je nach Geschmack und Kondition führen die Klassik-Loipen immer tiefer in den Wald Richtung Süd-Osten hinein.

Gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite startet die 13 Kilometer lange Loipe Richtung Grenze sowie die direkte Verbindungsloipe über den Grenzübergang Ferdinandsthal nach Železná Ruda. Vom Umfang her kann das Skiwanderzentrum Zwieslerwaldhaus nicht mit dem Aktivzentrum Bodenmais am Bretterschachten oder der Böhmerwaldarena mithalten, aber allein die Möglichkeit der Grenzüberschreitung nach Tschechien bietet mehr Langlauf-Kilometer als ein Mensch bewältigen kann.

Nord West Varianten nach Železná Ruda

Verbindungsloipe in Zwieslerwaldhaus, Nationalpark Bayerischer Wald
Verbindungsloipe in Zwieslerwaldhaus – Foto: Paul Einhell

Wem 9 Kilometer zu wenig sind, der muss Richtung Železná Ruda. Die 13 Kilometer Loipe windet sich wie eine Carrerabahn erst einmal um ganz Zwieslerwaldhaus. Danach geht es über die unteren Hänge des Falkenstein Richtung Grenze, überschreitet diese jedoch nicht. In weitem Bogen geht es zurück zur Wiese am Böhmweg.

Die Verbindungsloipe zum Grenzübergang Ferdinandsthal ist besonders für Anfänger geeignet, da sie für beide Laufrichtungen freigegeben ist. So muss keine vordefinierte Distanz gewählt werden sondern es wird gelaufen, bis der Zeitpunkt der Umkehr gekommen ist . Einmal umdrehen und die gleiche Strecke wieder zurück. Nennenswerte Steigungen und Abfahrten sind hier nicht zu erwarten.

Perfekter Technik-Übungsplatz

Der Grenzübergang Ferdinandsthal, Nationalpark Bayerischer Wald, Sumava Nationalpark
Anfahrt zur Grenze – Foto: Paul Einhell

Höhepunkt ist der Grenzübergang Ferdinandsthal mit einer kleinen Brücke. Anfänger finden genau hier den besten Übungsabschnitt. Eine längere sanfte Abfahrt, auf der die Geschwindigkeit gut gewählt werden kann endet genau an der Grenzbrücke, wo kurz die Spur endet und in einer geschwungenen S-Kurve den Bach überquert. Es lohnt sich die Abfahrt mehrmals in Angriff zu nehmen um Sicherheit beim Spurwechsel und Kurventechnik zu üben. Platz genug ist da und die Stelle sehr übersichtlich.

Die Weite des Sumava Nationalparks

Jetzt können die Profis unter euch erlaufen, was es bedeutet tschechischen Boden zu betreten. Der Nationalpark Bayerischer Wald ist im Verhältnis klein gegen den Sumava Nationalpark, zudem war die Gegend nach dem 2. Weltkrieg bis vor ein paar Jahren menschenleer.  Železná Ruda, ein paar Kilometer weiter, ist die letzte Bastion der Zivilisation. Spätestens ab hier gilt: so weit die Füße tragen.

Langlaufen im Nationalpark Bayerischer Wald und Sumava Nationalpark
Die Weite des Sumava – Foto: Paul Einhell

Fazit

Egal ob von Tschechien her zur kleinen und großen Stärkung bevor es zurück geht, oder als Ausgangspunkt für ungetrübten Loipen-Spaß. Das Skiwanderzentrum Zwieslerwaldhaus sollte unbedingt besucht werden, denn die Möglichkeiten sind vielfältig und schier unbegrenzt. Und das gilt nicht nur für Langläufer auch viele Winterwanderer, Schneeschuh- und Tourengeher finden hier den idealen Ausgangspunkt für ihre Unternehmungen.

Die Pistenpflege ist gut. Bleibt als einziges Manko die Beschilderung der grünen Verbindungsloipe, an der die Laufrichtung nicht immer 100 prozentig klar war. In dieser Hinsicht waren die Dreikönigsloipe in Mauth sowie die Hirschensteinloipe in Sankt Englmar vorbildlich.