Die Schachten im Zwieseler Winkel

Herbst Tipp – Ausflug zu den Schachten

Die Schachten im Zwieseler Winkel. Gerodete Weideflächen mitten im Wald, ähnlich den Almen in den Alpen. Angeblich sind sie im Herbst am schönsten.

Anfahrt ca. von

Die Schachten im Zwieseler Winkel, Nationalpark Bayerischer Wald, Sumava Nationalpark
Die Schachten im Zwieseler Winkel – Grafik: Paul Einhell

Landshut: 119 Km
Prag: 190 Km
München: 199 Km
Nürnberg: 215 Km
Wien: 326 Km

 

Die Schachten und Hochmoore im Zwieseler Winkel

Herbst auf den Schachten im Bayerischen Wald
Herbst auf den Schachten – Foto: Paul Einhell

Im Herbst sollen die Schachten besonders schön sein, heißt es. Wobei Kenner behaupten, dass sie das immer sind. Natürlich. Auf jeden Fall habe ich mich selbst davon überzeugt und  mir die Schachten hoch über Frauenau mit dem Rad erfahren.

Was sind Schachten?

Schachten sind im Grunde das Gleiche, wie die Almen in den Alpen, nämlich Viehweiden und liegen allsamt über 1000 Metern Höhe. Sie unterscheiden sich von Almen in der Regel durch den uralten Baumbestand und die besondere Vegetation, die es so in den Alpen nicht gibt. Bei der Rodung wurden vereinzelte Laubbäume als Wetterschutz für das Vieh stehengelassen, was heute natürlich den besonderen Charme ausmacht.
Da die ersten Schachten vor ziemlich genau 400 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurden, kann man sich vorstellen, wie alt diese Bäume heute sind.

Die Schachten im Nationalpark Bayerischer Wald
Der Ruckowitzschachten am Falkenstein – Foto: Paul Einhell

Bedauerlicherweise werden die Schachten im Bayerischen Wald in der Regel nicht mehr vom Vieh gepflegt, was ihrer Erhaltung nicht unbedingt förderlich ist. Was dem Borkenkäfer im Nationalpark erlaubt ist, bleibt dem Rind verwehrt. Mit einer Ausnahme, dem Ruckowitzschachten.

Man stelle sich vor Urwald, keine Forststraßen.  Als Werkzeug, Axt und Säge. Ein heutztage unvorstellbares Vorhaben, diese Schachten anzulegen. Allein der Abtransport oder die Entsorgung des anfallenden Holzes wird die Bauern vor eine fast unlösbare Aufgabe gestellt haben.

Wo genau sind diese Schachten?

Der Zwieseler Winkel ertreckt sich von Zwiesel aus Richtung Grenzkamm zwischen Deutschland und Tschechien und wird von den Bergen Falkenstein auf der nordwestlichen Seite und Rachel auf der südöstlichen Seite begrenzt.

Arberland mit Zwieseler Winkel Grafik Paul Einhell
Arberland mit Zwieseler Winkel – Grafik: Paul Einhell
Die Schachten im Zwieseler Winkel Grafik Paul Einhell
Die Schachten im Zwieseler Winkel – Grafik: Paul Einhell

Erreichbar sind die Schachten entweder im Nordwesten von Zwieslerwaldhaus aus über den Falkenstein, oder von Südosten über den Trinkwasserspeicher Frauenau. Zu Fuß sollte man die Entfernung nicht unterschätzen und einen ganzen Tag für den linken, oder rechten Teil einplanen. Für Fahrrad-Fahrer werden die Touren 6,7,14 und 50 auf dem Arberland-Mountainbike-Portal angeboten. Auch der Grenzübergang nach Prasily in Tschechien ist über den Böhmweg möglich.

Impressionen

Der Latschensee hinter dem Hochschachten im Zwieseler Winkel, Nationalpark Bayerischer Wald
Der Latschensee – Foto: Paul Einhell

Ich habe mich für eine abgewandelte Form der Mountainbike-Tour Nummer 6 entschieden. Los gings am Parkplatz am Trinkwasserspeicher Frauenau. Obwohl die Tour Nummer 6 eine schwarze Tour ist, ist der Anstieg äusserst angenehm. Die Forststrasse auf dem Privatbesitz des Freiherrn von Poschinger steigt nur mässig mit durchschnittlich 5 % an und präsentiert sich in Bestzustand.

Der Holzsteg am Kohlschachten Foto: Paul Einhell, Nationalpark Bayerischer Wald, Bayern, Deutschland
Am Kohlschachten – Foto: Paul Einhell

Sie hat eine so glatte Oberfläche, dass sie auch mit einem Touren-Rad machbar ist. Über sie wird direkt der Hochschachten auf ca. 1150 Metern erreicht. Dort heißt es runter vom Rad und schieben, denn der Weg zum Latschensee und Kohlschachten ist für Fahrrad-Fahrer verboten. Ist halt so im Nationalpark. Hinweisschilder beachten und die Wege nicht verlassen. Vermutlich auch besser, denn die

Moorbäder machen schön

Schachten sind natürlich wasserreich und die Hochmoorflächen legendär. Auch wenn ein Moorbad eine schöne Haut bewirken soll, ist durchaus die Wahrscheinlichkeit gegeben als Moorleiche im Museum ausgestellt zu werden, sofern man eines Tages wieder auftaucht. Dann ist allerdings die Haut nicht mehr so schön.
Geschichten erzählen von ganzen Fuhrwerken, die dort oben versunken sein sollen. Auch Schleuser während des kalten Krieges sollen sich auf diese Weise von Ihren Kunden getrennt haben. Schauergeschichten müssen erzählt werden, finde ich. Unbedingt Kindern vor dem Zubettgehen auftischen.

Der Kohlschachten im Nationalpark Bayerischer wald, Deutschland
Der Kohlschachten an einem Samstag Nachmittag im Herbst – Foto: Paul Einhell

 

Natürlich gibt es im Bayerischen Wald und Böhmerwald verstreut noch andre Schachten. Sogar welche auf denen das Weiderecht wieder in Anspruch genommen wird.

Viel Spaß beim Erkunden.

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