Wanderung zum Lusen im Nationalpark Bayerischer Wald

Der Lusen – Himalaya in Bayern

Berge gibt es unzählige – außergewöhnliche ein paar Dutzend.
Die einen sind die höchsten, andere die schönsten, aber nur einer von ihnen skalpiert – Der Lusen im Nationalpark Bayerischer Wald.

Entfernung ca. von
(Lusenstraße, 94556 Neuschönau)

Der Lusen im Nationalpark Bayerischer Wald und Sumava Nationalpark
Der Lusen im Nationalpark Bayerischer Wald – Grafik: Paul Einhell

Linz: 124 Km
Landshut: 132 Km
München: 204 Km
Prag: 205 Km
Nürnberg: 225 Km
Wien: 305 Km

 

 

Bahn bis Grafenau und Bus bis Waldhäuser

Homepage Lusen

LusenwirtHomepage Lusenwirt (Übernachtungsmöglichkeit)

Fahrrad zum Gipfel verboten  (Nationalpark Bayerischer Wald und Sumava Nationalpark)

Der Lusen ist Bayerns Himalaya

Der Gipfel des Lusen, Nationalpark Bayerischer Wald, Sumava Nationalpark
Die letzten Meter zum Gipfel – Foto: Paul Einhell

 

Der Mount Everest ist groß, das Matterhorn markant und der Eiger gefährlich. Besondere Berge lassen sich naturgemäß nur schwer von normal Sterblichen besteigen. Bei besonders schönen hat man zumindest eine Chance.

Der Preis für besondere Berge ist, dass meist schon ein oder zwei andere am Gipfel herumsitzten. So auch am 1373 Meter hohen Lusen im Nationalpark Bayerischer Wald.

Der Gipfel des Lusen, Nationalpark Bayerischer Wald, Sumava Nationalpark
Blockmeer am Lusen – Foto: Paul Einhell

Sein Blockmeer aus unzähligen runden Granitfelsen am Gipfel macht ihn einzigartig und anmutig, silbrige Baumskelette bizarr. Und, ganz wichtig,  der Gipfel ist für fast alle machbar.
Im Himalaya, ich war nie dort, kanns nicht anders sein. Der Lusen ist perfekt durchorganisiert. Die einheimischen Sherpa-Truppen hieven fast jeden auf den Gipfel. Und selbst Sportler werden hier Demut lernen.

Der Gipfel des Lusen kann fast von allen Seiten erobert werden. Länge und Schwierigkeit der Wanderung ist somit frei wählbar.

Die Bayerwaldgipfelstürmer bieten Inspiration, oder schaut in eine Wanderkarte.

Basislager Waldhäuser

Startpunkt meiner Expedition.
Ziel über die Himmelsleiter zum Gipfel.

Wanderweg am Lusen - Foto: Paul Einhell
Wanderweg am Lusen – Foto: Paul Einhell

Ab Waldhäuser hier auf 1060 Metern Höhe ist Schluß mit Auto.  Näher ran an den Lusen geht es nur noch mit dem Igelbus, der stündlich bis zum Lusenparkplatz Waldhausreibe  fährt.

Waldhausreibe – der Punkt der Entscheidung

Von hier aus helfen nur noch die eigenen Füße weiter. Auch das Radfahren ist ab hier verboten. (Nationalpark Bayerischer Wald)
– Rechts (Östlich) über die Fahrstraße direkt zum Lusenwirt knapp unterhalb des Gipfels, die im Winter zur Rodelbahn wird.
– Links (Westlich) zu den aufgestellten Sehenswürdigkeiten deren Höhepunkt die Glasarche ist. Knotenpunkt verschiedener Wanderwege.

 

Die Glasarche – Ab hier gibts kein zurück

Die Glaskünstler Ronald Fischer und Hubert Stern haben in Zusammenarbeit mit anderen Glaskünstlern aus der Region die Glasarche konzipiert und entworfen. Die hölzerne Hand, von der die Glasarche getragen wird, wurde von Holzbildhauer Tomas Indra und Libor Kus´das aus Tschechien gefertigt.
Die Glasarche im Nationalpark Bayerischer Wald – Foto: Paul Einhell
Der Sommerweg am Lusen - Foto: Paul Einhell
Der Sommerweg am Lusen – Foto: Paul Einhell

Von hier führt nur ein einziger Pfad zum Gipfelkreuz. Der ca 1,5 Km lange Sommerweg geht leicht aufwärts und schlängelt sich sanft bis zum Fuß der Himmelsleiter. Selbstverständlich breit und befestigt genug, dass 2 Wanderer bequem nebeneinander gehen können.

Die Himmelsleiter – Zeit für die Buße

Die Himmelsleiter zu Gipfel - Foto: Paul Einhell
Die Himmelsleiter zu Gipfel – Foto: Paul Einhell

Viele gut 40 cm hoch. Endlose Granit-Stufen säuberlich aufgetürmt gen Himmel. Bei Verschnaufpausen bleibt  ungläubiges Staunen nicht aus, welch Arbeit mit der Errichtung der Himmelsleiter verbunden war. Am Mount Everest muss der erleichterte Aufstieg noch dazu jedes Jahr neu angelegt werden. Spätestens auf der Himmelsleiter findet so mancher Spaziergänger zum Herrn, denn ganz geschenkt wird einem der Gipfel auch im Nationalpark Bayerischer Wald nicht.

Die Athleten unter euch finden hier die ultimative Herausforderung für Koordination und Kondition. Der Bayerwald ist ein Berglauf-Traum.

Der Lusen – Gipfel der Politik

Egal dass man hier ganz oben so gut wie nie alleine ist. Die Aussicht hier ist grandios. Der Gipfel des Lusen breitet jetzt die ganze Schönheit des böhmischen Sumava Nationalparks vor einem aus. Das Hochtal der Vydra mit dem Forsthaus Březník am Rande. Zum Greifen nahe und doch so fern.

Forsthaus Breznik - Foto: Paul Einhell
Forsthaus Breznik – Foto: Paul Einhell

Damit die Gegend um den Lusen so bleibt wie sie ist, dafür sorgten vorallem die Tschechen. Die Grenzübergänge nach Modrava bleiben geschlossen. Eine gute Entscheidung nicht nur für das einheimische Auerhuhn. Grenzverkehr an dieser Stelle wäre das Etwas zu viel an Erschließung des Nationalparks, finde ich.

Der Lusen – Gipfel der Philosophie

Lusental 2.2

Wer kann von sich behaupten, er weiß was in 50 Jahren ist? Da Woid am Lusen, sowie weite Teile hinüber zum Rachel sind arg gerupft und der Borkenkäfer lebt fröhlich. Manche Einheimische können sich mit der Entscheidung des Nationalparks Bayerischer Wald nicht abfinden. Sie fordern den Eingriff des Menschen um den Borkenkäfer zu bekämpfen.

Waldsterben 1

Der Nationalpark hingegen verweist auf den jungen Wald, der auf den ausgedehnten Totholzflächen sich selbst überlassen ist. Das Ergebnis nach gut 30 Jahren überträfe bei weitem die Erwartungen.

Ich finde, genießt noch die fabelhafte Aussicht und die Prise Grusel, wenn es nebelig ist. Tote Bäume haben je nach Witterung eine ganz spezielle Wirkung auf uns Menschen. Bereits in wenigen Jahren wird der Wald die meisten Aussichtspunkte wieder in Besitz genommen haben. Dann erst ist die Zeit gekommen um das Experiment Nationalpark Bayerischer Wald zu diskutieren.

Unabhängig davon wird das alles den Borkenkäfer nicht interessieren.

 

 

2 Gedanken zu „Der Lusen – Himalaya in Bayern“

  1. Sehr schöner Bericht über den Himalaya im Bayrischen Wald. Ich hatte bisher noch nie etwas vom Lusen gehört. Die Bilder und der Artikel machen lust den Lusen zu besuchen 🙂

Kommentare sind geschlossen.