Der Dreisessel

Der Dreisessel im Landkreis Freyung Grafenau ist ohne Zweifel der bequemste Gipfel am Bayerisch-Böhmischen Grenzkamm. Phantastische Fernsicht, Parkplatz in Gipfelnähe und barrierefreier Ausbau des Gipfelplateaus inklusive Berghütte schafft beste Voraussetzungen dafür, dass dieses eindrucksvolle Naturerlebnis für Massen erlebbar wird.

Homepage Dreisesselhaus

Bahnhof Nove Udoli/Haidmühle – Von Deutschland aus nur Bus an wenigen Tagen

Entfernung ca. von

Linz 82 km
Regensburg 160 Km
Prag 191 Km
München 229 Km
Wien 266 Km
Nürnberg 267 km

Der Dreisessel – Endlose Fernsicht am Dreiländereck

Sicht vom Dreisessel bis zu den Alpen

Zugegeben, bis man zum Dreisessel gelangt, dauert es. Zwar kann man das imposante Dreisesselmassiv schon von Weitem erblicken, aber die Landstraße zieht sich schier endlos dahin, bis man die Dörfer rund um den Berg erreicht. Das einzigartig, bizarre Gipfelplateau und der sanfte Weg entlang des Gebirgskamms (Blog KulturNatur von Nadine Ormo) über das steinerne Meer in Richtung Dreiländereck locken schon seit dem 19. Jahrundert mehr und mehr Besucher.

Spätestens seit der Borkenkäfer praktisch den ganzen Hochwald rund um den Dreisessel gefressen hat, kommt zum einzigartigen Gipfel noch die phänomenale Aussicht hinzu. Über Kilometer entlang des Grenzkamms stört kein Wald den Blick auf die Alpen und auf die endlosen Weiten des tschechisch Nationalparks Sumava. Durch die Teerstraße, die prakisch bis zum Gipfel führt spart sich der Ausflügler locker 3 Stunden Aufstieg. Somit ist die Wanderung vom Dreisessel vorbei am bayerischen Plöckenstein und dem Steinernen Meer bis zum Dreiländereck ein echter Renner bei allen, die 3 Stunden Aufstieg auf gut 1.300 Meter ü.NN nicht in Angriff nehmen wollen. Kräftezehrende Aufstiege sind hier oben dann nicht mehr angesagt. Die Aussicht bleibt vermutlich noch die nächsten 10 Jahre so, bis sich der Wald den Grenzkamm wieder zurückholt und die Sicht in die Ferne versperrt.

Der Dreisessel – Biken, Skitouren und zu Fuß

Gipfelplateau – Foto: Paul Einhell

Auf dem Gipfel kommt alles aus den drei Ländern Bayern Böhmen und Oberösterreich zusammen. Der Premiumwanderweg Goldsteig, der Fernwanderweg E6, Die Nordvariante der Trans Bayerwald Mountainbike-Strecke und die Wander-Zubringer aus Tschechien und Österreich. Die Straße auf den Gipfel ist durch die geringe und gleichbleibende Steigung eine perfekte Trainingsstrecke für Rennrad- und sonstige Radfahrer. Im Internet sind dutzende Aufstiegsvarianten zu finden. Dementsprechend geht es zu an einem schönen Dreisessel-Wochenende.

Blick vom Dreisessel Richtung Tschechien – Foto: Paul Einhell

Im Winter geht man hingegen neue Wege. Bis vor kurzem war hier noch der längste Skilift im Bayerischen Wald, der aber zuletzt nur noch Kosten verursacht hat. Die Piste ist geblieben und soll in Schuß gehalten werden. Jetzt gehört der ganze Ski-Hang den Skitouren- und Schneeschuhgehern. Folgend ein Erlebnisbericht von Sabine Simon, erschienen auf Hogn.de Onlinemagazin ausm Woid.

Der Dreisessel – Drei Länder Eck Bayern, Böhmen und Österreich

Werbetafel am Dreisesselgipfel – Foto: Paul Einhell

Die Hänge des Dreisessel bilden zusammen mit dem Plöckenstein ein riesiges Waldgebiet. Genug Holz, um es bis nach Wien zu transportieren. Der Schwarzenbergsche Schwemmkanal, geniales Industriedenkmal von 1789, sorgte für den Holztransport. Heutzutage heizt Wien anders und so lieben Radlfahrer die Strecke entlang des Kanals. Startpunkt ist nähe Haidmühle im tschechischen Nirgendwo und führt durch praktisch unbesiedeltes Gebiet gut 50 Kilometer durch Tschechien nach Österreich.

Nove Udoli direkt an der deutsch-tschechischen Grenze nahe Haidmühle ist die einzige Bahnstation nähe des Dreisessel. Der Bahnhof ist allerdings nur ans tschechische Bahnnetz angeschlossen. Der Landkreis Freyung Grafenau kappte hingegen dorthin die Gleise. Immerhin stemmt sich seit einiger Zeit eine private Initiative gegen diese kurzsichtige Politik und betreibt an Wochenenden von Mai bis Oktober nicht nur erfolgreich die Ilztalbahn von Passau nach Waldkirchen, sondern hat auch noch auch noch den weiterfahrenden Bus nach Nove Udoli ( Juni bis Mitte September) angeregt.

Der Dreisessel – Fazit

Einmal muss man oben gewesen sein, am Dreisessel. Wer es erlebt hat, weiß warum. Dabei ist die Zauberformel für ein einzigartiges Naturerlebnis eigentlich ganz einfach. Ganz früh, ganz spät und möglichst nicht nicht am Wochenende. Denn ausserhalb dieser Zeiten gehört der Parkplatz nähe des Gipfels vornehmlich den Einheimischen aus der näheren Umgebung. Anfahrtschaos inklusive.

Einen Zubringerbus aus den umliegenden Gemeinden zum Gipfel organisieren, um den Spaziergängerwahnsinn am Wochenende zu unterbinden, daran wird nicht einmal gedacht. Wozu auch, für den werbewirksamen Ökoanstrich sorgt das ausgewiesene Auerhahn Schutzgebiet in der Gipfelregion (Wege nicht verlassen).